Das Engagement von ex-GORGOROTH-Sänger Ghaal beim ersten Black Metal Muscial “Svartediket”, welches ab Mai am renommierten norwegischen Theater Den Nationale Scene (DNS) aufgeführt werden sollte, steht auf der Kippe. Bjarte Hjelmeland, Intendant des DNS, sieht sich gezwungen, seine Entscheidung für Ghaal nochmals zu überdenken. Grund dafür sind Einwände seitens des norwegischen Klerus als auch des Direktors des Festspillene i Bergen (Internationales Festival Bergen), bei welchem “Svartediket” uraufgeführt werden sollte, die auf Ghaals erneute Befürwortung der Kirchenbrände in Norwegen Anfang der frühen 1990er Jahre zurückgehen.
In der 2005er Dokumentation “Metal: A Headbanger’s Journey” gab Ghaal zu Protokoll: “Kirchenbrände sind, natürlich, eine Sache, die ich zu 100 Prozent unterstütze. Es hätte viel öfter geschehen sollen und es wird in Zukunft öfter geschehen. Wir müssen jegliche Spuren des Christentums und semitischer Wurzeln aus dieser Welt tilgen.”
Nachdem diese Woche Ghaals Engagement bei “Svartediket” publik gemacht wurde, erneuerte Ghaal seine Aussage in der Tageszeitung Bergens Tidende: “Ich habe meine Vergangenheit hinter mir gelassen aber meine Einstellung ist immer noch anti-christlich. Das Christentum hat in diesem Land keinen Platz. Solange die Kriche die Macht hat, die sie hat, und Unterdrückung unterstützt, sollten wir ihr keine Sympathie entgegenbringen. Daher denke ich nicht, dass es schlimm wäre, wenn es [Kirchbrände] wieder passieren würde. Der symbolische Wert eines Kirchenbrandes ist wichtig.”
Hjelmeland verlautete, er werde nach Oslo reisen und mit Ghaal eine “lange Unterhaltung” über seine Statements halten, bevor er eine Entscheidung hinsichtlich Ghaals Engagement fällt: “In meinem Namen und dem des DNS ist es für mich wichtig, uns total von Ghaals Einstellung zu distanzieren, die er in dem Bergens Tidende-Interview zum Ausdruck gebracht hat. Mein Glaube ist diametral entgegengesetzt zu seinem. Ich wuchs unter der Obhut der Kirche auf und würde mich als Christen bezeichnen. Aber ich lehne nicht automatisch Menschen ab, deren Einstellungen ich nicht teile.”
“Ich war mit Ghaals Vergangenheit nicht vertraut, als ich ihn für das Projekt anheuerte”, fährt Hjelmeland fort. “Und ich hätte nicht wissen können, dass er diese kriminellen Taten öffentlich befürworten würde. Doch das ist keine leichte Angelegenheit. Wir befinden uns in einer ethischen Grauzone. Es ist schwer, sich auf Redefreiheit zu berufen, um Ghaal zu verteidigen, falls seine Aussagen als Anstiftung zu Straftaten gelten können.”