Wie SOPHOS gestern berichtete, haben die kriminellen Hintermänner von “Nazi-Leaks” bzw. “#OpBlitzkrieg” per Massen-eMail (SPAM) zum Mord an Nazis aufgerufen.

Nazianon5001 in Nazi-Leaks ruft per Spam zu Mord auf

 

Nachdem gestern immer weitere Kritik gegen die illegale Methoden von Nazi-Leaks laut wurden, haben die Betreiber von “Nazi-Leaks” per Twitter sich von den eMails distanziert und behauptet diese würden nicht von Ihnen kommen, was jedoch kaum glaubhaft ist.

 

Gulli weiß zu berichten:

Die Hacktivisten der “Operation Blitzkrieg” haben sich das Vorgehen gegen Rechtsextreme auf die Fahnen geschrieben. Meist versuchen sie dieses Ziel durch das Hacken von Websites und das Leaking realer Daten mutmaßlicher Neonazis im Internet zu erreichen. Auch innerhalb der Hacktivisten-Szene und des Internet-Kollektivs Anonymous ist OpBlitzkrieg aufgrund seiner politischen Ausrichtung und seiner oft wenig zimperlichen Methoden umstritten. Dies gilt insbesondere für das von einigen OpBlitzkrieg-Teilnehmern ins Leben gerufene Projekt “Nazi-Leaks”, eine Leaking-Plattform, auf der die bei früheren Einbrüchen oder Datenlecks gesammelten Realdaten Rechtsextremer zentral gesammelt werden sollen. Im Falle von Nazi-Leaks wurde zudem im Anonymous-Umfeld vermehrt Kritik am Verhalten des Hauptverantwortlichen laut, der äußerst geltungsbedürftig sein und ohne Rücksicht auf die Belange des Kollektivs agieren soll. 

Nun sollen die Hacktivisten laut Sophos zu einem neuen, nicht unbedingt als ethisch einwandfrei einzustufenden Mittel greifen, um ihre Ziele bekannter zu machen: dem massenhaften Versand von E-Mails, vulgo “Spam”. Seit dem Morgen des heutigen Donnerstages habe Sophos eine Flut von Spam-Mails der Hacktivisten an Empfänger in Deutschland und Neuseeland beobachtet, berichtet Wisniewski.

Wisniewski hat in seinem Blog-Posting einen Teil der URL der in der Spam-Mail beworbenen Website unkenntlich gemacht. Es spricht aber vieles dafür, dass es sich dabei um Nazi-Leaks handelt. In der Mail heißt es auf (fehlerhaftem) Deutsch, “das deutsche Volk” sowie dessen “faschistische Auswüchse” müssten “vernichtet werden“. “Wir haben Fascho-Seiten gehackt und öffentlich gemacht,” steht in der Mail sowie die Aufforderung, die beworbene Website – mutmaßlich Nazi-Leaks – weiterzuverbreiten.

Wisniewski bewertet die Aktionen des fraglichen Anons in seinem Blog äußerst kritisch und warnt vor Gewaltaufrufen und Selbstjustiz. Im konkreten Fall könnten sich ihm – auch wenn die Gewaltaufrufe wohl eher als rhetorisches Mittel als als tatsächliche Aufforderung zu Gewalt gegen Rechtsextreme verstanden werden müssen – sogar die meist weniger gesetzestreuen Anons anschließen. War Nazi-Leaks schon zuvor nicht unumstritten, dürfte diese Spam-Kampagne zumindest bei gemäßigteren Hacktivisten weitere Sympathien kosten.

 

Bernd Wagner von Exit Deutschland kritisiert Nazi-Leaks stark und fordert eine sofortige Einstellung der Seite.