Ein Jahr nach ihrer namenlose Demo haben VARGRIMM mit „Des Wolfes Zorn“ nun auch ihr Debüt-Album auf den Markt gebracht. Hat die Demo damals bereits gezeigt, dass man es hier mit einer Gruppe zu tun hat, die ihr Handwerk beherrscht, wird man nun mit dem Debüt-Album förmlich verzaubert. Es handelt sich um guten Black- bzw. Pagan Metal, die Musik ist abwechslungsreich – von melodisch bis hart ist alles dabei, ohne dass das Werk jedoch konzeptlos erscheint, im Gegenteil: Es passt alles gut zusammen. Die verzerrte Stimme ist erfreulicherweise gut verständlich, die verschiedenen Stimmen wechseln sich auch gut ab. So gut die Musik sein mag, gibt es doch noch Stellen, wo man wirklich den Hut ziehen muss, wie etwa bei dem genialen Geflüster bei „Namenlos“ oder dem mehrstimmigen Gesang am Ende von „Herrscher des Feuers“, der wirklich göttlich ist! Besonders positiv überrascht das „Lied der Walküre“, das (fast) komplett von einer Frau gesungen wird. Bei der gesanglichen Leistung könnte sich die Dame auch überlegen, selbst mal ein Werk auf den Markt zu bringen, Frauen sind in der Pagan-Metal-Szene bisher immer noch unterrepräsentiert. Auch die Kinderstimmen bei dem kurzen Lied „Flackerndes Feuer“ wissen zu überzeugen – ob es bisher überhaupt ein Metal-Album gibt, wo man so etwas gemacht hat? Black-Metal-Prominenz ist auf diesem Album auch vertreten, so ist bei „Namenlied“ Rico, der aktuelle Sänger von MINAS MORGUL zu hören, bei „Vargrimm – Des Wolfes Zorn“ Ingo von RIGER. Textlich dreht es sich hauptsächlich um Themen aus der nordischen Mythologie, besonders (!) gut geraten ist dabei der Text zu „Vam Vater zum Sohne“, ein sehr schönes Lied über heidnische Tradition und Brauchtum. Es lässt sich noch sagen, dass die Lieder im Schnitt eine gute Länge besitzen, also auf keinen Fall zu kurz ausgefallen sind. Wirklich eine gelungene Scheibe, so viel Kurzweile sucht man bei vielen anderen Werken dieser Zeit leider vergebens. Die Illustrationen bewegen sich ebenso wie die Musik auf einem hohen Niveau und machen sich gut zu den Inhalten dieses Albums, das farbige Beiheft ist optisch ansprechend. Hier hat man sich wirklich viel Mühe gegeben, was man auch entsprechend würdigen sollte. Die limitierte Digipak-Version des Albums beinhaltet noch eine akustische Version von „Lied der Walküre“, die man zwar nicht gehört haben muss, aber dennoch nett anzuhören ist. Was bleibt noch zu sagen? Der Wolf ist los und man kann nur hoffen, dass er so schnell nicht wieder zur Ruhe kommen wird.

(PY) Ablaze Magazin #9

VARGRIMM Merchandising sowie das limitierte Digipak gibt es beim Asatru Versand aus Berlin zu bestellen. Dort gibt es auch Exclusive eine sehr hochwertige Posterflagge mit dem Vargrimm Mjöllnir, welchen ebenfalls von Ingo (RIGER) gezeichnet wurde.