Philipp “Freki” Seiler: Auf Badelatschen ins Abseits?
- Februar 25th, 2010
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Langsam aber sicher erfolgt im “Mainstream” der deutschen Metal-Szene die Distanzierung von Philipp “Freki” S. und seiner Band VARG. Oftmals bemerkt man es nur beim genauen Hinsehen, denn bis auf wenige Ausnahmen wird öffentlich nicht darüber gesprochen.
Das Legacy-Magazin hat sich wortreich von S. distanziert. Vom Ragnarök-Festival hat man ihn ausgeladen. Sein Interview mit dem RockHard wurde nicht abgedruckt. Der Vertrieb Twilight Mailorder führt VARG nicht mehr im Sortiment. Und auch das große Label Nuclear Blast Records, welches noch vor weniger als einem halben Jahr den Vertragsabschluss mit VARG verkündete, hat alle Veröffentlichungen und Fanartikel von VARG aus dem Sortiment genommen.
Hinsichtlich des erwähnten Vertragsabschlusses mit Nuclear Blast, der kurz darauf ohne Angabe von Gründen (seitens des Labels) annulliert worden ist, gab es in den letzten Monaten einige offene Fragen. Mittlerweile hat sich ein Mitglied von VARG, der Bassist Timo “Managarm”, im Interview mit dem österreichischen Webzine Stormbringer zu alledem geäußert: “Die Geschichte mit Nuclear Blast war in der Tat etwas verwirrend – auch für uns. Anfänglich zeigten sich beiden Seiten äußerst euphorisch und der Vorvertrag wurde bereits am 26.10.2009 unterschrieben. Der richtige Vertrag umfasste dann 15 Seiten, einige Zusätze und wurde von keiner Partei unterschrieben. Ungefähr einen Monat später wurde uns der Vorvertrag dann mit dem Zusatz „annulliert“ zugesandt. Mit Sicherheit hat das etwas mit dem Ruf zu tun, mit dem wir momentan zu kämpfen haben und über den beim ersten Treffen in Donzdorf auch gesprochen wurde. Warum das so urplötzlich zum Problem wurde, wissen wir selbst nicht.”
Der “Ruf” – also nichts anderes als die Verstrickungen von Philipp S. am “rechten Rand” des Black und Pagan Metal – von VARG war also schon “beim ersten Treffen in Donzdorf” ein Thema. Sicherlich wird S. sich damals geäußert, und die Vorhaltungen dementiert, haben. Als ebenso sicher kann gelten, dass die Recherchen von Nuclear Blast zu Ergebnissen geführt haben, welche die Erklärungen von S. als unwahr darstellen. Da niemand gerne angelogen wird, und gleich gar nicht in einer angehenden Geschäftsbeziehung, war die Aufkündigung des Vertrags eine logische Konsequenz.
Mit seiner Reaktion auf diesen Schritt von Nuclear Blast, hat Philipp S. auch deutlich gezeigt, dass man ihm nicht glauben kann bzw. er dazu neigt, die Unwahrheit (er würde es bestimmt als “Notlüge” bezeichnen) zu sagen. Denn Ende 2009 schreibt Philipp S. über den aufgelösten Vertrag zwischen VARG und Nuclear Blast: “Eigentlich schien alles in trockenen Tüchern zu sein, die Band VARG war erstaunt über die Offenheit von Nuclear Blast und sie begeistert vom neuen Album “Blutaar”, doch in letzter Instanz gab es ein paar Punkte in denen Band und Label sich nicht einig wurden. VARG und Nuclear Blast gehen somit getrennte Wege da beide Parteien ihren Grundgedanken von Musik, Vermarktung und Inhalten nicht ohne Abstriche vereinen konnten. VARG Badelatschen wird es also nicht geben.”
Warum hat Philipp S. nicht die Gelegenheit genutzt, um von sich aus “reinen Tisch” zu machen? Er hätte sich zu seinen Kontakten und Aktivitäten am “rechten Rand” bekennen können, um mit einer ehrlichen Stellungnahme einen weiteren Schaden von seiner Band abzuwenden.
Stattdessen hat er die Fans von VARG belogen und darauf gehofft, seine Vita erfolgreich verschleiern zu können. Zur selben Zeit hat er eine Aktion “VARG gegen Nazis” gestartet, damit er in der Außenwahrnehmung als “Antifaschist” dasteht.
Niemand kauft ihm jetzt noch ab, dass er aus ehrlicher Überzeugung “gegen rechts” eingestellt sei. Da hilft es auch nichts, wenn er von der Bühne herab irgendwelche Kommentare “gegen rechts” abgibt, wie es wohl auf dem Winterfire-Festival passiert sein soll: “Durch ihren im Vorfeld stark umstrittenen Auftritt auf dem Winterfire Festival dürfte die band Varg allen Zweiflern durch ihre eindeutigen statements auf der Bühne klar gemacht haben, welche Einstellung innerhalb der band zu dem Thema Rechtsradikalismus vorherrscht. Nazis fuck off ! Die nicht enden wollende Schlange bei der Autogrammstunde der band dürfte dann wohl endgültig jeden Zweifler überzeugt haben.”
Natürlich wird kein Veranstalter, der VARG noch eine Bühne gibt, etwas anderes zur “Einstellung” der Band bzw. von Philipp S. sagen (können). Allerdings ist jedem vernünftigen Metal-Fan mittlerweile bewußt geworden, was von solchen Ansagen zu halten ist.
Ob nun mit oder ohne Badelatschen von Nuclear Blast, Philipp Seiler bewegt sich zielstrebig ins Abseits.
[Quelle: Varg - Freki - Wolfszeit]




