Gestern Abend erreichte uns folgender offener Brief, zum Fall “Varg” (Tipp-/Rechtschreibfehler im Original):

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Seiler,

in den vergangenen Tagen/Wochen habe ich mit großerem Interesse die Ereignisse in Sachen VARG sowie Ihrer Person verfolgt. Ich habe mit in den ganzen Blogs und Foren bisher rausgehalten, da ich nicht viel von dieser Art der Kommunikation halte, sondern lieber die betreffende Person direkt anschreibe.
Dies mache ich mit diesem offenen Brief, welche gerne veröffentlicht und verbreitet werden darf. Ich stehe auch mit meinem Namen dazu, da ich alle in diesem Brief dargelegten Dinge gerne auch unter Eid vor Gericht bezeuge, wenn dies notwendig werden sollte.

Herr Seiler, ich kenne Sie persönlich seit dem Wolfszeit Festival 2007. Vermutlich werden Sie sich persönlich nicht mehr an mich erinnern, da sie wohl mit vielen Personen persönlichen Kontakt gehabt haben. Aber wenn wir uns vor Gericht gegenüber stehen sollten, werden Sie mich bestimmt wieder erkennen. Apropo Gericht, es würde mich sehr freuen wenn es in diesem Fall zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen würde, dann könte der Fall Varg / Philipp Seiler endlich der breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und ein Gericht kann offiziel feststellen das die Vorwürfe gegen Sie alle der Wahrheit entsprechen. Dann ist es vorbei mit ihren verlogenen Stellungsnahmen, welche von Ihnen derzeit abgegeben werden.

Aber zurück zum Wolfszeit Festival 2007, als ich Sie kennenlernen durfte, auch wenn unsere Unterhaltung nicht allzu lange dauerte (Sie waren als Veranstakter ja mit vielen Dingen beschäftigt). Ich war absoluter Varg Fan und von der Debüt Scheibe “Wolfszeit” absolut begeistert. Ihre Band VARG war für mich der Hauptgrund, das Wolfszeit Festival zu besuchen. Sie fragten mich wie ich auf Varg gekommen bin und ich erklärte Ihnen das ich Varg durch den Legacy Sampler entdeckt habe und von Anfang an von der Musik und dem Text gefesselt wurde. Sie sagten mir das sie es absolut toll fänden, das ich so ein großer Fan von Varg bin und wir hatten zusammen ein Bier getrunken.
Vielleicht erinnern Sie sich ja doch wieder an mich? Es wäre zumindest schön wenn ich einen bleibenden Eindruck bei Ihnen hinterlassen hätte…

Wie dem auch sei, so kamen wir unweigerlich auf das Thema was man sonst so für Musik höre und wir stellten schnel fest, das wir auf der selben Wellenlänge liegen und beide auch gerne Stahlgewitter und Landser hören sowie NSBM Band wie Nordglanz und Absurd. Sie erzählten mir von dem Ärger im Vorfeld mit der Antifa und das Sie deshalb den Veranstaltungsort erst kurz vorher bekannt geben konnten und das ganze als geschlossene Veranstaltung laufen müsse, wegen den “scheiss Linken”. Am liebsten hätten Sie ein paar NSBM Bands spielen lassen, aber Sie meinten das bereits mit den jetzigen Bands schon sehr viel Ärger mit der Stadt Hollfeld bestanden hatte und es sehr schwer ist mit dem Veranstaltungsort. Sie haben sich meine Nummer in ihr Handy abgespeichert und mir versprochen sich zu melden, wenn Sie demnächst ein Konzert mit NSBM Bands oranisieren werden.

Dann war unser Gespräch auch leider wieder zu Ende, da jemand von der Security etwas von Ihnen wollte und wir haben uns verabschiedet und wollten später weiter reden. Leider haben wir dann während des Festivals keine Zeit mehr dafür gehabt.

Wir haben uns jedoch kurze Zeit später bei einer anderen Gelegenheit wieder gesehen, nämlich beim Way of Darkness Festival 2007. Wir hatten uns nach dem Auftritt unterhalten und zusammen Met gerunken. Die Unterhaltung ging zuerst um euren Auftritt. Sie fragten mich wie ich den Auftritt fand und ich sagte Ihnen ganz ehrlich, das der Auftritt nicht so gut war wie beim Wolfszeit Festival und keine wirkliche Stimmung von Seiten Varg gemacht wurde, jedenfalls im Vergleich zum Wolfszeit Festival. Sie sagten das Sie mich ganz Vorne vor der Bühe gesehen haben und sich freuen das ich wieder mit dabei war.
Ihr Schlagzeuger “Sille” war inzwischen zu uns gekommen und hat sich am Gespräch (und am Met trinken) beteiligt. Auch dieses Mal kamen wir wieder auf das Thema Politik und Rechtsrock. Ihr Schlagzeuger sagte das er Landser scheiße findet, weil er von einem Bandmitglied von Landser mal eine auf Maul bekommen habe, aber Stahlgewitter fände er total geil und würde er gerne mal auf ein Konzert gehen. Aber er meinte das man wohl genauso schwer von einem Stahlgewitter Konzert erfahren würde, wie wenn Absurd spielen würde. Aber er wolle unbedingt Stahlgewitter mal Live sehen, weil er die Band einfach total genial findet und die Texte so gut durchdacht seien. Auch euer damaliger Sänger (ich bin mir nicht sicher ob das der war, der jetzt bei der Band IVENBERG ist) stimmt dem im übrigen zu und meinte auch das Stahlgewitter eine geile Band sei und machte so manchen “ausländerkritischen” Spruch. Es war jedenfalls ein lustiger Abend und wir hatten uns ganz gut verstanden.

Soviel also zu unserer persönlichen Bekantschaft.

Ich war also absoluter VARG Fan, habe mich persönlich mit der Band gut verstanden und festgestellt das wir politisch auf der gleichen Wellenlänge liegen (Rechts!) und habe mir auch alle Veröffentlichungen immer Original gekauft (DVD, Spilt-CD, Aufnäher, usw.). Das sie Split-CD ziemlich schlecht war im Vergleich zum Wolfszeit Album, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Jedenfalls muß ich nun feststellen das die Band, die ich einst so verehrt habe, seit einigen Wochen/Monaten sich komplett gewandelt hat. Je näher es an die Veröffentlichung des neuen Albums BLUTAAR ging, je mehr wurde sich plötzlich von Rechts/Nazis distanziert. Die anfängliche Standart-Distanzierungen (Pagan Metal gegen Faschismus) waren ja noch erträglich und Sie sagten mir ja auch das sie dies leider machen müssen wegen der Antia, aber was dann folgen sollte ist nicht mehr hinnehmbar.

Vor allem da der “Wandel” anscheinend nur aus gründen des Profits stattfindet, weil ohne derartige scharfe Anti-Nazi Kampagnen die großen Labels, Festivals und Magazine euch keine Plattform bieten würden. Aus Gründen des Profits, wird alles verraten für das ihr steht/standet und eure eigene politische Meinung wird verkauft und unterdrückt, nur um Profit zu machen. Klar, Sie sagten ja schon immer das es ihr Zeil sei von Varg zu leben, aber um jeden Preis?
Ist es das wert?

Das schlimme ist, das die etablierte Szenen-Presse Ihnen auch noch dieses ganze Theater und die Distanzierungen abnimmt, obwohl es offensichtlich ist ,dass Sie politisch genau so drauf sind wie die, gegen die Sie sich nun mit aller Gewalt distanzieren. Nur im Namen des Profits. Macht es Ihnen Freude nach Außen hin zu hetzen gegen Leute, die sie privat verehren und im stillen Kämmerlein Stahlgewitter und Landser CDs hören?

Gestern noch Nazi und Morgen ein guter Antifaschist der seine Jugendsünde vom Vortag bereut? Tolles Märchen…

Bevor ich diesen Brief nun schließe, möchte ich noch folgendes loswerden:
Ich bin nicht neidisch auf euren “Erfolg”, denn diesen hätte ich euch einmal sehr gegönnt. Nichts ist schöner, als wenn es Kameraden schaffen auf den großen Festivals zu spielen und gerne auch Geld abzugreifen. Es geht hier in erster Linie darum, das ihr nicht das verkörpert, was ihr besingt und unehrlich seit. Ihr macht Hetzkampagnen gegen Andersdenkende, obwohl ihr genau das immer so verteufelt habt.

Hochachtungsvoll,

Tobias G.

Nachsatz: Philipp, du hast vielleicht meine Handynummer noch eingespeichert. Du kannst mich also gerne auch anrufen. Aber Sei dir sicher das ich erst mit dir sprechen werde, wenn ich das Aufnahmegerät eingeschaltet habe, damit du nacher nicht wieder alles verleugnen kannst, wie du es gerade ständig versuchst.